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das soziale Model von Behinderungen

Nicht Wissenschaftler, keine LehrerInnen, sondern Menschen mit Behinderungen – also Betroffene dieser medizinischen Sichtweise – entwickelten das soziale Modell der Behinderung aus ihrer Lebenserfahrung heraus!

Behinderung wird als Ergebnis einer Gesellschaft betrachtet, welche die Eigenheiten von Menschen mit Beeinträchtigungen nicht bzw. nur unzulänglich berücksichtigt.
Die Ursache der Behinderung liegt also nicht primär am körperlichen oder geistigen „Fitnessbegriff" (= Schneller, Weiter, Höher...), sondern am Umgang der Allgemeinheit mit Menschen mit Behinderungen. Also der Lebensart von „Nicht-behinderten", die zu Barrieren führt (nicht nur bauliche, auch schulische, gedankliche...)
„Behindert ist, wer behindert wird".

Behinderung entsteht aus einer Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- und umweltbedingten Barrieren (Marianne Schulze)

Aus der "sozialen Sichtweise" folgt zwangsläufig ein sehr normaler Umgang mit Behinderung:

Die soziale Betrachtungsweise setzt nicht auf permanente Heilung und Anpassung als Ideal, setzt stattdessen auf die Förderung der vorhandenen Kapazitäten und Möglichkeiten der konkreten Person, um so ihre Autonomie im Alltag zu ermöglichen. Die Betrachtungsweise ermöglicht Kontakt auf Augenhöhe, demokratsiche Wahrnehmung unserer Mitbürger und ein gemeinsames Leben.
Dieses Modell fordert die Beseitigung physischer und sozialer Barrieren. Jene Barrieren, die wir tatsächlich abbauen, erhöhen die Teilhabemöglichkeit! Das Problem sind also wirklich nicht Menschen mit Behinderungen – das Problem sind Menschen ohne Behinderungen mit ihrem ignoranten Lebensstil.

Es geht also darum, die Umwelt und Dienstleistungen anzupassen, d.h. sie für Personen mit physischen oder psychischen Beeinträchtigungen zugänglich und verwendbar zu gestalten. Politische, administrative Entscheidungen sind dahingehend zu überprüfen, ob Menschen mit Behinderungen ausreichend mitgedacht werden (steht auch in der UN-Menschenrechtskonvention)!

Die UN-Menschenrechtskonvention:

Diese wurde ja von Menschen mit Behinderungen gestaltet und orientiert sich an dem von Betroffenen selbst forcierten sozialen Modell. Es geht also um Teilhabe, um den Abbau von Barrieren, die vom medizinischen Modell zwangsläufig aufgebaut werden (wurden).Teilhabe am gemeinsamen Leben ist also nicht ein Thema, das sich Menschen mit Behinderunen durch Anpassung erkämpfen müssen, sondern eine Bringschuld derer, die Barrieren aufbauen und Menschen mit Beeinträchtigungen bisher nicht mitgedacht haben! 
Diese Bringschuld wurde mit der Ratifizierung der UN-Menschenrchtskonvention vor über 10 Jahren anerkannt und muss endlich in ALLE politischen Überlegungen und Entscheidungen viel aktiver einfließen!

Vortrag Mariane Schulze 2011 >>

Wikipedia >>>

ein sehr schöner, lesenwerter Link zu (PDF) Unterlagen eines Elternseminsars (also von Eltern gestaltet!)  von PARTicipation >>>

 

 

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