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Ein altes und hausgemachtes Problem – Arbeit für Menschen mit Behinderungen

Der exzessive Sonderschulanteil in Tirol und die massive Aussonderung bereits in den Schuljahren verhindert ein gegenseitiges Kennenlernen, ein „soziales Miteinander" und wirkt sich lebenslang negativ aus.

Auch wenn viel Geld für Eingliederungsprojekte ausgegeben wird (Berufsvorbereitung, Arbeitsassistenz, Produktionsschulen,...) sind die von der Schule verursachten Schäden kaum gut zu machen. Haltung und Verständnis lässt sich nicht erkaufen. Und die Angst vor Neuem und anderen Menschen (Menschen mit Behinderungen) lässt sich nicht mit Geld heilen. Das geht nur über viel Kontakt, gemeinsames aufwachsen, lernen und leben...

Wo Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam unterrichtet werden finden Erwachsene mit Behinderungen auch wesentlich öfter Arbeit. Im Umkehrschluss heißt das, dass in Tirol – dem Land mit der größten Sonderschuldichte – auch sehr viel Geld für Werkstätten und Wiedereingliederungsprojekte benötigt wird.

Eine alte Grafik (aktuelle Zahlen liegen uns leider nicht vor, aber insgesamt hat sich wohl nicht viel geändert) belegt, wie sehr sich die Trennung und Isolation von Kindern mit Behinderungen auf Erwachsene mit und ohne Behinderungen auswirkt:

Vergleich STMK und Tirol

Wer nicht mit Kindern mit Behinderungen in die Schule geht, stellt sie dann später auch nicht ein....
Angst, Unerfahrenheit, ein falsches Menschenbild und der Mangel an Gesellschaftsbewußtsein
sollten keine "Bildungsergebnisse" sein!

Während für die (gemeinsame) Schulzeit die Bildungsabteilung des Landes, die Gemeinden (als Schulerhalter) und die Bildungsdirektion zuständig ist, ist für die berufliche Integration die Sozialabteilung und auch der Bund zuständig.... das alte Leiden mit der "Querschnittsmaterie".

Der Kompetenzwirrwarr verhindert seit vielen Jahren echte Lösungen und Fortschritte. Immer wenn es um "Querschnittsmaterie" geht, ist Stillstand das Ergebnis.
Wir ordern schon lange eine(n) "Enthinderungsbeauftragten" für Tirol, der/die sich mit diesen Querschnittsamterien aktiv auseinandersetzt. Ebenso, wie wir einen sinnvollen und engagierten "Aktionsplan" zur aktiven und effektiven Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention fordern.

Zuerst teuer aussondern und dann ebenso teuer wieder eingliedern wollen ist ein schlechter Weg. Mit Respekt, Wohlwollen und klaren politischen Zielen in Richtung Inklusion geht das besser...   Das sollten uns unsere Kinder, Jugendlichen und Familienangehörigen wert sein!

 

 

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