www.ingtegration-tirol.at / 6: Newsletter / 6.1: Newsletterarchiv > Gewalt an Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen
.

Gewalt an Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen

Mädchen und Buben mit Behinderungen sind deutlich öfter von allen Formen von Gewalt betroffen als Kinder ohne Behinderungen. Das größere Risiko, Gewalt zu erleben, gilt für alle Lebensbereiche: für Familie und Öffentlichkeit, für Schule und Betreuungseinrichtungen.
Welche Formen von Gewalt erleben Kinder mit Behinderungen?

Kinder mit Behinderungen erleben alle Formen von Gewalt, die direkt von Personen ausgeübt werden:
• Physische Gewalt, z.B. stoßen, an den Haaren reißen, schlagen, treten, kratzen, einsperren
• Psychische Gewalt, z.B. anschreien, beleidigend und entwürdigend reden, beschämen, bloßstellen, Kommunikation verweigern
• Sexualisierte Gewalt, z.B. Berührungen im Intimbereich, Blicke, die den Buben oder Mädchen unangenehm sind, sexualisierte Bemerkungen, Vergewaltigung

Neben diesen Formen von personaler Gewalt spielt im Alltag von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen vor allem strukturelle Gewalt eine große Rolle. Dazu zählen mangelnde Barrierefreiheit und unzureichende familienunterstützende Dienste ebenso wie Sondereinrichtungen, die Mädchen und Buben mit Behinderungen von nichtbehinderten Kindern trennen und isolieren.

Wer übt Gewalt an Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen aus?
Gewalt an Kindern mit Behinderungen wird von Eltern und anderen Angehörigen, von LehrerInnen und MitschülerInnen, von BetreuerInnen und anderen Kindern oder Jugendlichen, von medizinischem Personal oder von unbekannten Menschen in der Öffentlichkeit ausgeübt.

Buben und Mädchen mit Behinderungen erleben außerdem behinderungsspezifische Formen von Gewalt. Diese stehen direkt in Zusammenhang mit der Tatsache einer Behinderung. Dazu gehören z.B.:
• die übermäßige Gabe von Medikamenten
• das Vorenthalten oder Kaputtmachen von Hilfsmitteln
• die Androhung, dass notwendige Pflegetätigkeiten nicht durchgeführt werden
• das Vorenthalten von notwendigen Pflege- und Unterstützungstätigkeiten
• dem Kind seine Behinderung vorwerfen oder negative Kommentare darüber machen.
Gewalterfahrungen und Behinderungen stehen in einer engen Wechselbeziehung zueinander: Einerseits erleben Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen sehr oft Gewalt, andererseits können Gewalterfahrungen in der Kindheit langfristige zu psychischen oder physischen Beeinträchtigungen führen oder diese verstärken.

Im nächsten Newsletter zur Gewaltprävention berichten wir, wie häufig Mädchen und Buben mit Behinderungen Gewalt erleben.

Powered by Papoo 2012
191080 Besucher