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Welche Maßnahmen sind für die Prävention von Gewalt an Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen notwendig?

Stop Gewalt Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte fordert auf der Grundlage einer breit angelegten Untersuchung folgende zentrale Maßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen(*1):

Maßnahmen für Kinder mit Behinderungen sollen die Kinder und Jugendlichen über ihre Rechte informieren sowie Empowerment und Partizipation ermöglichen.

Maßnahmen für Professionelle und Einrichtungen sollen Richtlinien und Protokolle für das Erkennen und Erfassen von Gewalt an Kindern mit Behinderungen umfassen. Professionelle müssen zum Thema Gewalt an Buben und Mädchen mit Behinderungen Schulungen erhalten, um sensibilisiert zu sein und angemessene Handlungen setzen zu können.

Das Modellprojekt BeSt – Beraten und Stärken aus Deutschland zeigt konkret, wie Maßnahmen für Kinder, Professionelle und Einrichtungen in der Praxis umgesetzt werden könnten. (*2)

Maßnahmen für Familien sollen bedarfsgerechte familienentlastende Dienste und Erholungsprogramme umfassen sowie Informationen über die Rechte von Kindern mit Behinderungen und Sensibilisierung zum Thema Gewalt beinhalten.
Als Beispiel für bedarfsgerechte familienunterstützende Dienste sei auf Persönliche Assistenz nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder verwiesen. Dies wird derzeit vor allem in Schweden angeboten und praktiziert.(*3)

Maßnahmen für alle AkteurInnen sind vor allem bewusstseinsbildende Maßnahmen für die allgemeine Öffentlichkeit in Bezug auf das Bild von Kindern mit Behinderungen. Traditionelle Bilder von behinderten Kindern als spendenbedürftig und bemitleidenswert sowie Vorurteilen muss entgegengewirkt werden.
Ein gutes Beispiel für solche Maßnahmen ist die Website Leidmedien aus Deutschland.(*4)

Quellen und weiterführende Links:

(*1):   Vgl. European Union Agency for Fundamental Rights (2015). Gewalt gegen Kinder mit Behinderungen: Gesetzgebung, Maßnahmen und Programme in der EU. Zusammenfassung.
Im Internet: http://fra.europa.eu/sites/default/files/fra_uploads/fra-2015-violence-against-children-with-disabilities-summary_de.pdf

(*2):  Ausführliche Informationen zum Modellprojekt BEST finden sich in der Zusammenfassung des Vortrags von Julia Gebrande (https://www.integration-tirol.at/dokumente/upload/47920_NL-Gewalt04.pdf )

(*3):  Vgl. dazu den Film „JAG – eine Bürgerrechtsbewegung" über Persönliche Assistenz für Personen mit sehr hohem Unterstützungsbedarf: http://www.jag.se/other-languages/deutsch
Ab Minute 12.30 und ab Minute 22.30 ist jeweils eine Sequenz über Persönliche Assistenz für einen Buben mit Behinderungen zu sehen.

(*4):  Vgl. http://leidmedien.de/

 

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