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Ein „Bildungsministerium" ohne Fortschrittsbereitschaft

Bei jeder Staatenprüfung wird Österreich massiv und zu Recht kritisiert, weil es keine Fortschritte im „inklusiven Unterricht" gibt. Österreich hat die UN-Menschenrechtskonvention ratifiziert und damit Menschen mit Behinderungen ein inklusives Schulsystem versprochen.
Entgegen diesem Versprechen und Auftrag, werden Sonderschulen leider immer noch gestärkt und erhalten. Kinder mit Behinderungen in Regelschulen und Gymnasien werden ganz einfach ignoriert.

Die coranabedingte Krise hat das nochmal verstärkt. In all den Pressekonferenzen werden Kinder mit Behinderungen an Regelschulen, Lehrlinge, und alle jene Jugendliche die gerade keine Matura machen oder eine Universität besuchen ganz einfach vergessen. Unter Prof. Faßmann ist Bildungspolitik zur Klientelpolitik verkommen.
Auch SchulleiterInnen sind auf das Zuhören der medialen Selbstdarstellung des Ministers angewiesen, weil es offenbar unmodern wurde, die Schulen und Lehrpersonen zeitgerecht und ausführlich zu informieren.

Geplanter Stillstand statt Weiterentwicklung

Die Einführung der „Bildungsdirektionen" wurde zwar als „Entpolitisierung" medial dargestellt, aber letztlich hat der Minister lediglich demokratische Mitsprachemöglichkeiten von Parteien und Eltern in den Bundesländern abgeschafft. Damit gingen auch Entwicklungsmöglichkeiten verloren und die Machtfülle des Ministers hat sich erhöht. Zu Lasten der oben erwähnten Kinder, die eben nicht dem vom Minister gewünschten Bildungsweg (Volksschule – Gymnasium – Studium) entsprechen.
Am Ende wurde die Schule also nicht entpolitisiert, sondern zum beinahe alleinigen politischen Spielball des Ministers, bzw. der jeweils regierenden Partei gemacht - ohne jeglich Mitsprachemöglichkeit für Betroffene.

So ist es auch kein Wunder, dass in Tirol seit vielen Jahren eine "inklusive Modellregion Zillertal" existiert und alle Modellregionen in Österreich wissenschaftlich Begleitet werden, aber damit hat es sich auch schon...  das Zillertal ist bis heute weder inklusiv, noch wurden irgendwelche allgemin gültigen Lehren aus den Modellregionen gezogen.

Das ist leider ein großer Schaden für das österreichische Schulsystem, der vom Minister verursacht wird und sich nicht mit dem „Corona-Thema" rechtfertigen lässt.
Es zeigt sich gerade wieder mal sehr deutlich, dass Bildung nicht von "Parteisoldaten", sondern von offenen Menschen mit Blick auf die Kids und die Zukunft organisiert gehört. Ohne mutige und konsequente Veränderung zum Wohle ALLER Kinder Österreichs und Tiroler Schulen weder "inklusiv" noch qualitativ gut werden können.

 

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