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ein paar Gedanken zum Umgang mit Kindern mit Behinderungen in Tirol

Als 2010 die Gewalttaten gegen Kinder mit Behinderung publik wurden, musste sogar Marianne Hengl ausrücken, um „ihre Nonnen" in Schutz zu nehmen (nicht die betroffenen Kinder!)...

Die „Bubenburg" wurde nach all den Gewalt- und Missbrauchsvorwürfen umbenannt und renoviert und ist heute unter anderem Namen zu erhöhten Tagsätzen in Betrieb...

Auch wenn es sich nicht um konkrete Gewalt, sondern „nur" um die Vernachlässigung von therapiebedürftigen Kindern und eine sehr verlogene Darstellung durch die Verantwortlichen in der LASO Mils gehandelt hat, war ich über das betretene Schweigen und die Passivität der damaligen Soziallandesrätin entsetzt.
Die Täter-Opfer-Umkehr funktioniert auch heute noch wunderbar....

Das Land Tirol zahlt zwar sehr gutes Geld für externe Anbieter, Sonderschulerhalter und ausgesonderte Einrichtungen.
Effektive Kontrolle und das Entwickeln einer verantwortungsvollen Haltung sind da kaum möglich.

Gerade im Sonderschulbereich trägt der Zuständigkeits-WirrWarr sehr dazu bei, dass letztlich niemand für die Vorgänge an Landessonderschulen zuständig und verantwortlich ist. Weder die Bildungs- noch die Sozialabteilung sind inhaltlich klar verantwortlich – und zu diesem Wirr-Warr kommen dann noch die schulbetreibenden sozialen Dienstleister...
Die Auslagerung an private (meist kirchliche) soziale Dienstleister ist zwar teuer, aber für die Kinder und Jugendlichen absolut kein Gewinn.
So wird klare Verantwortung verhindert. Eine teure „Lösung" auf Kosten von Strukturen, Zuständigkeit und Verlässlichkeit.

Auch wenn ganztägige Schul- und Betreuungsformen sehr wichtig und gewünscht sind, sollten diese nicht an private oder gar kirchliche Stellen vergeben werden.
Das zeigen die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte sehr genau.

Eltern sind oft kaum bis gar nicht in der Lage, Gewalt, Grenzüberschreitungen und Missbrauch zu erkennen. Oft kommen Kinder mit Behinderungen nach einem schlimmen Tag in der Sonderschule per Taxi heim – und sie lachen und strahlen, weil der Taxifahrer so nett war... was davor in der Schule passiert ist, ist dann kein konkretes Thema mehr.... ( = nicht nur meine eigene Erfahrung!)

Falls gerade Sie also ein Kind mit Behinderung haben, das möglicherweise missbraucht wurde, haben Sie ein großes Problem:
Es wird wohl Jahre dauern bis das Ping-Pong-Spiel der Zuständigkeiten halbwegs geklärt ist. Die Sozialabteilung, die Bildungsabteilung, oder der Dienstleister?
Sie werden es als Übermittler der Botschaft garantiert nicht leicht haben und Anfeindungen erfahren...
Und am Ende werden wir alle wissen, dass der Missbrauchsfall früher mal war und mit der Realität heute nichts mehr zu tun hat... an dieser „strukturellen Praxis" sind leider schon einige Menschen zerbrochen.

Der teure Auslagerungsfetischismus sollte ebenso ein Ende haben, wie die ungeregelte Zuständigkeit im Landhaus! Dass die „Kinder-und-Jugendhilfe" in Tirol für Sonderschulen und Sondereinrichtungen für Kids zuständig ist und gleichzeitig Verbesserungen zum Wohle der Kinder ablehnt ist ein Skandal.

Missbrauch, Gewalt, Mobbing und Übergriffe gehören viel aktiver bekämpft! Gute Konzepte zur Gewaltprävention sind vorhanden und könnten umgesetzt werden.
https://www.integration-tirol.at/hinsehen-handeln-schuetzen---vortrag-von-frau-prof.-dr.-julia-gebrande.html

Da ist die Politik sehr gefordert!  Das Wegschauen muss ein Ende haben!

 

 

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